Das Projekt: "Neue Orgel"

Es begann damit, dass 1992 beim Spielen der Orgel Probleme auftraten. Bei den Diskussionen im Pfarrgemeinderat kam sehr bald die Frage auf: Ja, aber wenn wir eine neue Orgel haben und anschließend den Riss in der Decke reparieren, wird vielleicht die Orgel in Mitleidenschaft gezogen? Also sollte das Gewölbe der Kirche vorab saniert werden, aber noch wichtiger wäre eine Neudeckung des Daches. Nach längeren Diskussionen entschied der Pfarrgemeinderat, vorerst nur eine provisorische „elektronische“ Orgel zu beschaffen und die Renovierung der Kirche von Grund auf anzugehen. Dieses Provisorium ist mittlerweile ebenfalls in die Jahre gekommen und bringt beim Spielen Probleme.
Nachdem die Kirchenrenovierung 2009 abgeschlossen werden konnte, fasste der Pfarrgemeinderat den Grundsatzbeschluss für eine neue Orgel. Da die Pfarre allein nicht in der Lage ist, die hohen Kosten eines Orgelneubaues zu tragen, stellte sich der Groß-Enzersdorfer Orgelverein in den Dienst dieses Jahrhundertprojektes und unterstützt die Pfarre bei der Aufbringung der Mittel.
Ein Orgelprojekt bedarf einiger Vorbereitung. Mit dem Bundesdenkmalamt, Referat Klangdenkmäler, muss Kontakt aufgenommen werden. Von diesem wurden Gutachten über die Erhaltungswürdigkeit der alten Orgel und den Zustand des aus dem Jahr 1773 stammenden Gehäuses erstellt. Auch das Erzbischöfliche Referat für Kirchenmusik wurde eingebunden. Subventionsanträge an die Stadtgemeinde und andere Stellen der öffentlichen Hand wurden mit Unterstützung des Orgelvereines durch die Pfarre gestellt.
In Abstimmung mit dem Referat für Kirchenmusik nahm die Pfarre Kontakt mit Orgelbaufirmen auf. Diese wurden eingeladen, Angebote für einen Neubau der Orgel zu erarbeiten. Zu den eingelangten Kostenvoranschlägen wurde vom Referat für Kirchenmusik ein Gutachten erstellt. Auf Grund dieses Gutachtens erarbeitete der stv. Vorsitzende des PGR mit dem Orgel-Verein Alternativen und einen Finanzplan. An Hand dieser Unterlagen traf der Pfarrgemeinderat im Juni 2015 die Entscheidung über die Auftragsvergabe an eine Orgelbaufirma.
Alle Unterlagen wurden daraufhin zur Genehmigung durch die Erzdiözese Wien an das   Referenten für Kirchenmusik weitergeleitet. Diese erfolgte Anfang Oktober 2015 durch den Wirtschaftsrat der Erzdiözese Wien und damit erlangte der Werkvertrag mit der Firma Manufacture d'orgues Thomas Rechtskraft.
OrgelabbauFür die Detailplanung des Orgelbauers wurde das alte Orgelgehäuse im November 2015 abgebaut und nach Belgien gebracht. Um Kosten zu sparen, wurde das alte Instrument in Eigenregie mit Unterstützung von Mitgliedern des Orgelvereines zerlegt und entsorgt. Die Metallpfeifen stehen nun für Spender zur Verfügung, die Holzpfeifen werden wiederverwendet und gingen ebenfalls nach Belgien.

Unsere neue Orgel

wird 25 (+1) klingende Register verteilt auf 3 Manuale (C-g3 = 56 Töne) und Pedal (C-f1 = 30 Töne) erhalten. Aus Kostengründen wird ein Register für den späteren Einbau vorbereitet. Ungefähr 1600 Pfeifen aus Zinn/Blei oder Holz werden im historischen Gehäuse aus dem Jahr 1773 aufgestellt. Die geplante Bauzeit beträgt zwei Jahre, planmäßig erfolgt die Einweihung am Samstag, dem 18. November 2017 um 15.00 Uhr.

Aufbau einer Orgel

Im Zusammenhang mit einer Orgel gibt es eine Reihe von Fachausdrücken, die nachfolgend kurz erläutert werden:
  1. Der Motor: Er erzeugt den Wind, mit dessen Hilfe die Musik aus den Pfeifen kommt.
  2. Die Windladen: Sind große, flache Kästen, auf denen die Pfeifen stehen und durch die die gesteuerte Luftzufuhr erfolgt.
  3. Die Traktur: Damit bezeichnet man alle Vorrichtungen, die zur Steuerung gehören, mit deren Hilfe der Organist die Pfeifen zum Klingen bringt.OLYMPUS DIGITAL CAMERA
  4. Der Prospekt: Die „Vorderansicht“ der Orgel; die Prospektpfeifen sollten ebenfalls klingen.
  5. Register: Damit bezeichnet man eine Reihe von Pfeifen - bei uns meist 56 Stück - von unterschiedlicher Tonhöhe, aber mit dem gleichen Klang, z.B. Flöte oder Trompete.
  6. Die Werke: Jedes Teilwerk der Orgel steht auf einer OLYMPUS DIGITAL CAMERAeigenen Windlade mit einer eigenen Gruppe von Registern, die von einem eigenen Manual (Tastatur) bzw. Pedal (mit den Füßen zu bedienende „Tastatur“) aus gespielt wird. Jedes Werk ist somit eine eigene, in sich abgeschlossene Orgel. Nur der Motor dient allen gemeinsam zur Luftzufuhr. Unsere neue Orgel soll 25 Register, verteilt auf drei Manuale und ein Pedal erhalten.

Kosten der neuen Orgel, geplante Finanzierung

Von Anfang an stand fest, dass der finanzielle Aufwand groß sein wird. Eine Orgel herkömmlicher Bauart kostet pro Register (Pfeifenreihe) rund 20.000 Euro. Das ergibt bei der Größe der geplanten Orgel mit 25 Registern einen Betrag von etwa 500.000 Euro. Weitere 10 % der Kosten sind für die Restaurierung des historischen Gehäuses einzuplanen. Da seitens der Erzdiözese Wien keine Zuschüsse für Orgelbauten – außer einem zinsenlosen Kredit in der Maximalhöhe von 75.000 Euro – gegeben werden, hängt die gewaltige Last der Finanzierung allein am Wohlwollen und der Unterstützung durch Musikfreunde aus Groß-Enzersdorf, der Pfarrbevölkerung und von Gönnern und Sponsoren. Bei der Grundsatzentscheidung des Pfarrgemeinderates für den Orgelneubau wurde folgender Plan für die Mittelaufbringung vorgestellt:
  • Etwa 40% der Kosten werden durch die Pfarre beigetragen – dabei wird auch mit einer Kreditaufnahme eines Teilbetrages bei der Erzdiözese Wien gerechnet.
  • Weiters  erhofft sich die Pfarre einen Betrag  in Form von Subventionen seitens Bund, Land und der Gemeinde Groß-Enzersdorf.
  • Etwa 240.000 Euro - das sind über 40 % der Kosten - möchte der Groß-Enzersdorfer Orgelverein an Mitteln aufbringen
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